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Früher war alles einfacher. Dieses Klischee trifft zumindest auf Betriebssysteme für Handys zu. Während bei Computern lediglich Microsoft, Apple und die Linux-Gemeinschaft eine Rolle spielen, sind auf dem Handymarkt noch mehr Spieler zu finden. Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen die unterschiedlichen Betriebssysteme – mit ihren Stärken und Schwächen.
Für verschiedenen Typen
Nicht nur die Handymarke, sondern auch das Betriebssystem sollte beim Kauf eine Rolle spielen
Viele Handynutzer, die von proprietären „echte“ Betriebssysteme gewechselt sind, hatten sich den Wechsel sicher einfacher vorgestellt. Da finden sich plötzlich wichtige Funktionen erst im vierten Untermenü, da muss erst der Desktop konfiguriert werden oder es fehlen einfach grundlegende Anwendungen wie ein SMS-Zähler. Ja, langjährige Nutzer von Windows Mobile, Symbian und Co. können davon ein Lied singen. Wo liegen also die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme?
Symbian
Symbian ist ein Grundbetriebssystem der Symbian Foundation, einer mittlerweile eigenständige Stiftung. Neben der bekannten S60-Oberfläche, die unter anderem Nokia und Samsung einsetzen, gab es auch UIQ, verwendet von Sony Ericsson und Motorola. Mittlerweile ist nur noch S60 gebräuchlich und soll auch in Handys von Sony Ericsson zum Einsatz kommen, die Ende 2009 erscheinen werden.
Das Betriebssystem eignet sich sowohl für gewöhnliche Handys, aber auch für Touchscreen-Geräte. Hierfür wurde es, erstmalig fürs Nokia 5800 XpressMusic, extra angepasst. Programme für Symbian tragen das Dateikürzel .sis oder .sisx.
Vorteile:
einfache Nachinstallation von Anwendungen
großes Angebot an Zusatzprogrammen, sehr viel Freeware
flexibel einsetzbar, auch auf Touchscreen-Geräten
hohe Personalisierbarkeit
Nachteile:
verschiedene Editionen, untereinander nicht kompatibel
teilweise verschachtelte Menüstruktur
langweiliges Look & Feel
Windows Mobile
Windows Mobile ist das Business-System schlechthin. Die meisten Handys für Geschäftsleute laufen mit diesem Betriebssystem. Durch das große Angebot an Zusatzsoftware gibt es die speziellsten Programme, wie etwa eine Verwaltungssoftware für Gerichtsvollzieher. Windows Mobile basiert in der aktuellen Version 6.1 noch auf Windows CE und hat damit schon einige Jahre auf dem Buckel. Das ist auch an teilweise schlichten und langweiligen Symbolen zu erkennen, die oftmals zu klein für die Fingerbedienung sind. Daher setzen Handyhersteller wie HTC eine eigene Oberfläche auf, um die Fingerbedienung zu vereinfachen. Im Herbst 2009 erscheint Version 6.5, Version 7 soll 2010 verfügbar sein.
Vorteile:
viel Zusatzsoftware, auch Freeware
flexibel anpassbar
hohe Office-Funktionalität
einfacher Abgleich mit Windows-Rechnern
Nachteile:
kleine Symbole, schlecht geeignet für Fingerbedienung
veraltete Multimedia-Funktionen (Mediaplayer, Browser)
nicht immer intuitive Menüstrukturen
langsamer Systemstart
Android
Google goes Handy. Nachdem Google in den vergangenen Jahren das Internet erobert hat und zur weltweit gefragtesten Suchmaschine aufgestiegen ist, soll nun der Handymarkt erschlossen werden. Dafür hat Google mit Android ein eigenes System programmiert. Es läuft aktuell auf Geräten von HTC und Samsung, Sony Ericsson und andere Hersteller haben aber bereits angekündigt, Android ebenfalls einsetzen zu wollen. Android arbeitet sehr eng mit Google-Diensten zusammen, ein Google-Nutzerkonto wird damit Pflicht.
Vorteile:
sehr flexibel
verschiedene Startbildschirme
gute Internetfunktionen
eigener Shop für Programme und Spiele (Android Market)
Nachteile:
hohe Abhängigkeit von Google-Diensten
schwache Office-Unterstützung (keine Outlook-Synchronisation)
geringe Geräteauswahl
Mac OS X für Smartphones
Die mobile Version von Mac OS X kommt aktuell nur auf dem iPhone zum Einsatz – und das wird sicher auch so bleiben. Undenkbar, dass Apple sein Betriebssystem anderen Herstellern zur Verfügung stellt. Dafür ist das System sehr einfach zu bedienen und stellt selten vor Fragen. Wer schon mit einem Mac-Computer arbeitet, für den ist das iPhone sicher optimal, da die Synchronisation von Daten so am besten abläuft. Für die Musiknutzung sind ohnehin ein iTunes-Konto und die zugehörige Software Pflicht.
Vorteile:
einfache und logische Menüstruktur
schickes Design
hohe Performance, keine Wartezeit beim Start von Programmen
eigener Shop für Anwendungen (AppStore)
Nachteile:
Bindung an iTunes
kein Multitasking (mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzen)
restriktive Software-Politik (nur Programme aus dem AppStore laufen)
läuft nur auf dem iPhone
RIM OS
RIM OS läuft nur auf Blackberrys des US-Herstellers RIM. Daher ist das System eher auf die Business-Anwender aufgelegt, mit dem neuen Modell Storm hat RIM aber auch an der Multimediaunterstützung gearbeitet. An die unübersichtlichen Menüs muss sich der Nutzer aber erst gewöhnen, in Sachen E-Mail-Nutzung ist der Blackberry-Besitzer an die hauseigene Lösung gebunden.
Vorteile:
hohe Business-Funktionalität
Push-Mail über den Blackberry-Dienst
eigener Shop für Anwendungen (Application Center)
Nachteile:
teilweise unübersichtlich mit verschachtelten Menüs
wenig Multimedia
läuft nur auf den Geräten eines Herstellers (Research In Motion = RIM)
Daneben existiert auch noch das Betriebssystem WebOS des Herstellers Palm. Da das erste Gerät mit diesem neuen System, das Pre, in Deutschland aber noch nicht verfügbar ist, fehlt es noch in dieser Auflistung.
Johannes Michel, 27. Juni 2009. Die Rechte an den Logos liegen bei den erwähnten Unternehmen.
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